Das Vogteihaus in Senheim/Mosel
erbaut um 1200 n. Chr.
Dendrochronologie: 1240 +/-5
Die ersten Inhaber der Vogtei Senheim sind vor 1300 die
Herren von Braunshorn.
1307 wird der Wohnturm mit in die neue Ortsbefestigung einbezogen,
1378 erwerben die Grafen von Sponheim die Vogtei, 1438 wird
erwähnt, daß sponheimische Untertanen aus Briedern
im sogenannten "Wienand-Untzen-Turm" ihren
Zins abliefern. 1632 und 1634 wird der Vogteihof Opfer eines
Überfalls
spanischer Truppen.
1794 Einmarsch der französischen Revolutionstruppen.
Alle Wehrtürme in Senheim werden geschleift, nur der
Abriß des Vogteiturmes lohnte sich wegen seines "schlechten
Zustandes" nicht! ab 1832 ist der Turm in privatem
Besitz.
Baugeschichte
Das Vogteihaus ist seinem Ursprung nach dem Typus der staufischen
Wohntürme zuzurechnen.
Über nahezu quadratischem Grundriß (7,70 m x
9,50 m) erhob sich ein bis zum Dachansatz 12 m hoher, dreigeschossiger
Turm mit Kniestock, Keller und verhältnismäßig
flachem Dach, Jedes Geschoß bestand aus einem Raum.
Nach einem Umbau in den Jahren 1471/72 haben wir heute einen
viergeschossigen Turm vor uns, der von einem steilen Satteldach
gekrönt wird. In den oberen 3 Geschossen wurden gleichzeitig
Fachwerkzwischenwände eingezogen.
Ende des 19. Jahrhunderts fanden weitere Raumaufteilungen
statt, Außerdem wurden Eingangstür und Fenster
im Untergeschoß gebrochen, da früher die einzelnen
Geschosse von außen durch ein Nebengebäude zugängig
waren. Die Bogenfenster im 2. Obergeschoß konnten
auf Grund von Befunden rekonstruiert werden. Die Beheizung
des Turmes erfolgte durch zwei Kaminanlagen. Der Abort-Erker
befand sich im 3, Obergeschoß In der südlichen
Wand.
Trotz vieler baulicher Veränderungen sind doch interessante
Spuren der Baugeschichte des Vogteiturmes durch die seit
1985 erfolgte Sanierung wieder sichtbar geworden.
Der Vogteiturm soll künftig für Ausstellungen
von Werken bildender Künstler genutzt werden. Er steht
auch Kunstschaffenden offen, die hier zeitweise wohnen und
arbeiten möchten.
Bauplanung: Franz Niespor, Architekt
Literaturnachweis: Dr. Klaus Freckmann Freilichtmuseum Sobernheim