Chronik |
Drei Herren (im Wappen drei Löwen)
gehörte der befestigte Ort Senheim: den Sponheimern,
den Grafen von Metternich und dem Kurfürsten von Trier.
Senheim wurde urkundlich erstmals im Jahre 1140 genannt; ist
aber alleine schon der Namengebung her deutlich älter. |
Von Senhals haben wir schon rund 100
Jahre früher geschichtliche Kunde. Die Kölner Kirche
besaß bereits 1067 Güter in Senhals. Da der Ort
Senhals stets unbefestigt war, mußte er schutzlos allen
Kriegsstürmen ausgesetzt sein, so daß von seiner
mittelalterlichen Größe und Wohlhabenheit nur mehr
wenig übrigblieb. 1576 wurde Senhals von spanischen Truppen, von den Niederlanden kommend, restlos ausgeplündert und niedergebrannt. So auch im 30jährigen Krieg und in den frz. Kriegen. Die Franzosen bauten, als sie 1794 kamen, zwei Brücken zwischen Senheim und Senhals. Sie standen bis 1810. |
In Senheim schlägt die Geschichte
ein hochinteressantes Kuriosum auf, daß Preußen
seit 1618 in Senheim Besitz und Rechte hatte, während
alle übrigen Moselorte erst 1815 auf dem Wiener Kongreß
preußisch wurden. Die Senheimer können sich rühmen,
die ersten und ältesten Preußen an der Mosel zu
sein. |
Ebenso Senhals, die wie das gegenüberliegende
Senheim zur Grafschaft Sponheim kamen und 1618 an Brandenburg
und eigentlich zeitlich richtig 1666 an Preußen. |
Senheim wäre heute ein wunderschönes,
bauprachtvolles und sehr landschaftsprägendes Kleinod
an der Mosel, wenn nicht 1839 die große Brandkatastrophe
alles an dörflicher Substanz vernichtet hätte. Es
war der größte Schicksalsschlag des Dorfes und
seiner Bewohner. |
Wer heute mit Ruhe das Dorf durchwandert,
dem fällt auf, dass der Dorfkern anders aussieht als
die typischen Moseldörfer. |
Breit sind die steilen Straßen,
die zur Kirche laufen. Fast alle Häuser zeigen ungewohnte
Bauarten, Lineal und Maßstab sind zu spüren. Und
nach einheitlichem Bauplan quadratisch geformt musste Senheim
erneuert werden nach dem Brand von 1839. |
Am 13. August 1839 wurde bei einer furchtbaren
Brandkatastrophe Senheim eingeäschert. 106 Wohnhäuser,
22 Kelterhäuser und 7 Scheunen brannten ab. Das Burghaus
blieb stehen ( heute Galerie und im Eigentum des Künstlers
(Christoph Anders ) ebenso die Kirche und wenige andere Anwesen. |

Noch vorhandene Teile der Schutzmauern
wurden zum Wiederaufbau des Dorfes verwandt. |
Zwischen 1965 und 1967 Bau der Senheimer
Brücke (Anbindung zwischen Hunsrück und Eifel -
hochwasserfreie Gemeinde - Hafenausbau). |
1970 im Rahmen der Verwaltungsreform
Auflösung der Amtsverwaltung Senheim, Franz Niggemeier
beendet seine Dienstzeit als letzter Amtsbürgermeister,
die Schulen in Senheim und Senhals werden aufgelöst und
so wurde das Dorf Senheim ein zweitesmal in seiner Überlebenslebendigkeit
empfindlich getroffen. |
Heute erscheint Senheim-Senhals in einem
beschaulichen Glanz mit vielen Attraktionen. Der Hafen, die
Gastronomie Weinstuben, Winzer, Galerie, Weinmuseum und viele
andere Möglichkeiten laden ein zum Erlebnis und Wohlbefinden. |
Publikationen
Hier sind die zur Heimatgeschichte
von Senheim und Senhals erschienenen Beiträge in den Jahrbüchern
chronologisch aufgelistet. |
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Lamby, Peter: Lokalgeschichte von Senheim (Mosel). Lampen, Clemens: Geschichte des Ortsteiles Senhals (Senheim). Pauly, Ferdinand: Aus der Geschichte der Hochgemeinde Senheim. Friderichs, Alfons: Die Gouzen-Grabplatte in Senheim. Gattow, Walter: Prof. Dr. Dr. Ferd. Pauly 50 Jahre Priester. Münster, Otto: Die Geschichte der Schule Senheim. Persch, Martin: Die bischöfliche Visitation der Pfarrei
Senheim 1832. Piacenza, Franz: Die Arbeiten des Senheimer Bildhauers Christoph
Anders im Kreisgebiet. Hennes, Oswald: Ein schrecklicher Tag in Senheim. Persch, Martin: Nachruf auf Prof. Dr. Dr. Ferdinand Pauly. Hennes, Oswald: Erinnerungen an die Senheimer „Schloff“. Hennes, Oswald: Die Senheimer lassen sich die Klausener Wallfahrt
nicht verbieten. Boos, Willi: Der erste Gefallene aus Senheim. Mötsch, Johannes: Das Dreiherrische auf dem Hunsrück. Hennes, Oswald: Martinsabend in den dreißiger Jahren in
Senheim. Gilles, Karl-Josef: Das Rittergeschlecht und die Familie (von)
Senheim (Zell und Briedel). Hennes, Oswald: Senheimer Bürger proben den Aufstand gegen
die neue Wasserleitung. Theisen, Rudi: Der falsche Hauptmann von Senheim. Hennes, Oswald: Eine Katastrophe veränderte Senheim vor
160 Jahren. Friderichs, Markus: Friedrich von Senheim. Houben, Arne: Die alte Bierbrauerei bei Senhals. Pies, Norbert: Engelporter Besitz in Senheim. Hennes, Oswald: Die Friedhöfe in Senheim und Karden. Buschbaum, Nina: Eine Bodeninventur und Untersuchung der Hanglage
als Esch, Peter: Die Geschichte der Kapelle zu Senhals. Hennes, Oswald: Ein geplanter, aber nicht verwirklichter Brückenbau
in Senheim. Schlagkamp, Dieter: Die Glocken von Senheim. Schlagkamp, Dieter: Das Senheimer Schoppenglas. Augustin, Ursula: Skulpturenpark Senheim-Senhals. Buschbaum, Friedhelm: Kloster Margarethenheim Senheim. Buschbaum, Friedhelm: Senheimer Stiftungen. Buschbaum, Friedhelm: Hungersteine am Fährkopf Senheim.
Buschbaum, Friedhelm: Die Wirtschaftsverhältnisse von Senheim
im 18. Jahrhundert. Buschbaum, Friedhelm: Seit 75 Jahren: Weinpatenschaft Recklinghausen
– Senheim-Senhals. |